Psychotherapie - Definition

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse sind Methoden zur Überwindung von Krisen und psychischen Erkrankungen.

Sie bedürfen der Bereitschaft des Patienten zu Offenheit, Aufrichtigkeit, Überwindung von Scham und der Veränderung seines Lebens. Hier liegt der Unterschied zu beispielsweise einer internistischen Therapie, in welcher der Arzt den Patienten heilt , auch wenn der Patient selbst relativ wenig dazu beiträgt.

Die Psychoanalyse wird von der Krankenkasse analytische Psychotherapie genannt.

In dieser Form geht es um aktuelle und um in der Lebensgeschichte weit zurückliegende, auch unbewußte Konflikte. Diese Konflikte oder Traumata werden mit Hilfe der Bearbeitung von Träumen, der Lebensgeschichte des Patienten und seiner Beziehung zum Therapeuten bearbeitet. Die Behandlung erfolgt mehrmals wöchentlich und findet meist im Liegen statt. Es werden von der Kasse bis zu 300 Stunden übernommen.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist eine weniger tiefgehende, auf einen aktuellen Konflikt bezogene, kürzere Form von Therapie.

Sie findet im Sitzen mit meist nur einer Wochenstunde statt. Für diese Therapieform, die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie, werden von der Kasse bis zu 100 Stunden übernommen.

Kurzzeittherapie

Wenn Sie in einer akuten Krise schnell Hilfe benötigen, gibt es die Kurzzeittherapie, die von vielen privaten Versicherungen nach einem kurzen Antrag genehmigt werden. Eine Kurzzeittherapie dauert zunächst 25 Stunden, kann aber später in eine Analytische Langzeittherapie umgewandelt werden.

Welche Therapieform für welche Problematik und für welchen Patienten geeignet ist, kann nur zusammen mit dem Therapeuten geklärt werden.

In allen Fällen geht es um die Bearbeitung der seelischen, nicht immer bewussten, unlösbaren inneren Konflikte, Blockaden, psychischen Defizite oder um die Bewältigung von Traumata eines Menschen. Es geht nicht darum, dass der Therapeut seine Meinung beim Patienten durchsetzt oder dem Patienten etwas nahe legt. Es geht darum, dass der Patient in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten und durch eigeninitiative Arbeit an bewussten und unbewußten Konflikten nach und nach in die Lage kommt, selbst kompetenter und erwachsener Entscheidungen zu treffen. Dadurch kommt er in die Lage, sich besser abzugrenzen und authentischer zu leben. Er soll also nach einer Therapie mehr und nicht weniger Verantwortung für sein Leben übernehmen.

Da emotionale Vorgänge wesentlich langsameren Prozessen unterliegen als rationale Prozesse, benötigt ein Mensch für grundlegende und bleibende Veränderungen seiner inneren Situation lange Zeiträume und Geduld. Viele Patienten sind der Auffassung, dass heutzutage alles machbar ist und gehen mit der „Brechstange" an die Sache heran, um die Zeit in der Therapie zu verkürzen. Diese Strategie ist erfahrungsmäßig eher kontraproduktiv, weil sie das Gegenteil der Befreiung und Emanzipation die Sie erhoffen hervorbringt und Sie sich nur selbst unter mehr Druck bringen.